St.Marien Wallfahrtskirche Ziegelheim

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü

Anna Gratiosa

Wer war Anna "Gratiosa"?

Ihr Titel lautet: Die Edle Frau, Frau Anna, verwitwete Frau von Schönburg zu Glauchau und Waldenburg, geborene Gräfin von Rieneck. Sie war von 1489 bis 1512 Regentin über die Schönburgischen Herrschaften Glauchau und Waldenburg. Sie gilt als Patronin und Erbauerin der Ziegelheimer Kirche zwischen 1507 und 1518. Das Vorwerk und die Dorfschaft Ziegelheim wurden ihr 1480 zur Hochzeit zum Leibgedinge gegeben. Als Vorwerk der Burg zu Waldenburg wurde Ziegelheim ab 1489 Teil von Anna`s offiziell zugewiesenen Witwensitz, den sie aber wahrscheinlich nie bewohnte. Es darf angenommen werden, daß Anna bis zum Tode auf Schloß Vorder- oder Hinterglauchau bei ihren Söhnen wohnte. Nachweislich hat sie in Vertretung ihrer Söhne noch bis 1518 (nach Ende ihrer Regentschaft) Regierungsgeschäfte getätigt. Siehe dazu auch die Anmerkungen ihrer Tochter Margarethe von Gleichen von 1534 im unteren Textfeld dieser Seite.

Die Bilder zeigen links oben den östlichen Abschlußstein des  Ziegelheimer Kirchen-Chores, der die Jahreszahl 1518 trägt. Links unten ist der westliche Abschlußstein des Kirchen-Chores zu sehen. Er zeigt das Rieneck`sche Hauswappen der Anna von Schönburg. Das Bild rechts zeigt das Rieneck`sche Hauswappen im Torbereich des Schlosses Hinterglauchau. Es wurde von Ernst II. von Schönburg zum Andenken an seine Mutter Anna dort angebracht.

(Stand: Dezember 2015)

  • 1428 - Geburtsjahr des Grafen Philipp II. des Jüngeren von Rieneck - Vater der Anna.

  • 1435 - Geburtsjahr der Gräfin Anna von Wertheim, 2.Ehefrau des Grafen Philipp II. des Jüngeren von Rieneck.

  • 1445 - wahrscheinliches Geburtsjahr der Freifrau Margarethe von Eppstein-Königstein, Mutter der Anna.

  • 1460 - am Samstag, dem 7.Juni Vermählung zwischen Graf Philipp II. der Jüngere von Rieneck und Freifrau Margarethe von Eppstein-Königstein vermutlich anläßlich der jährlich stattfindenden Pfingst-Turniere und Feiern des Adels. Graf Philip II. war auf Drängen seines Bruders Graf Philipp I. der Ältere extra aus dem geistlichen Stand zurückgekehrt um zu heiraten und mit männlichen Erben das Geschlecht vor dem Aussterben zu bewahren. Sein Bruder hatte nur eine Tochter.

  • 1461 - Anna, Gräfin von Rieneck geboren.

  • 1463 - Geburtsjahr von Graf Reinhard von Rieneck, Bruder von Gräfin Anna. Kurz darauf verstirbt am 27.Oktober im Alter von etwa 18 Jahren beider Mutter Gräfin Margarethe, geborene von Eppstein-Königstein. Graf Philipp II. der Jüngere wird aus Dankbarkeit für seine Dienste vom Mainzer Erzbischof und Churfürsten Adolf II. von Nassau in das Amt des Vizedoms in Aschaffenburg eingesetzt. Dieses Amt bekleidet er bis 1482. In dieser Amtszeit hat Graf Philipp II. der Jüngere von Rieneck größtenteils in der Mainzer Nebenresidenz Asschaffenburg residiert.

  • 1465 - Vermählung von Witwer Graf Philipp II. von Rieneck mit Gräfin Anna von Wertheim.

  • 1479 - im Dezember Verlobung zwischen Freiherrn Ernst von Schönburg und Gräfin Anna von Rieneck.

  • 1480 - Vermählung zwischen Freiherrn (dem Edlen Herrn) Ernst von Schönburg, Herr zu Glauchau und Waldenburg und Gräfin Anna von Rieneck.

  • 1481 - Anna, Gräfin von Schauenburg-Holstein-Pinneberg, geborene Freifrau von Schönburg-Waldenburg, wird als erstes Kind und erste Tochter des Freiherrn Ernst I. von Schönburg und seiner Gattin Anna, geborene Gräfin von Rieneck, geboren. In offiziellen sächsischen Texten wird 1479 als Geburtsjahr genannt. Dies ist aber unmöglich, da sich die Eltern vor der verabredeten Verlobung nicht kannten und der offizielle Beischlaf erst 1480 nach der Vermählung gehalten wurde, als Anna, geb. von Rieneck in den Schönburgischen Landen eintraf.

  • 1482 - Freiherr Wolf von Schönburg-Waldenburg wird als 1.Sohn des Freiherrn Ernst I. von Schönburg und seiner Gattin Anna geboren.

  • 1484 - Elisabeth von Schlik, Gräfin von Bassano und Weisskirchen, Burggräfin von Eger, geborene Freifrau von Schönburg-Waldenburg wird als 2.Tochter des Freiherrn Ernst I. von Schönburg und seiner Gattin Anna geboren.

  • 1488 - Freiherr Ernst II. von Schönburg-Glauchau wird als 2.Sohn des Freiherrn Ernst I. von Schönburg und seiner Gattin Anna geboren.

  • 1489 - am 26. oder 27.Januar stirbt Freiherr Ernst I. von Schönburg nach einer Kriegsverletzung in Flandern und wird in Antwerpen beigesetzt. Witwe Anna, Freifrau von Schönburg wird als Regentin und Vormund ihrer Söhne Wolf und Ernst II. sowie ihrer 3 Töchter eingesetzt. Im selben Jahr wird als jüngstes Kind Margarethe, Gräfin von Gleichen-Tonna, geborene Freifrau von Schönburg-Waldenburg, als 3.Tochter des seeligen Freiherrn Ernst I. von Schönburg und seiner Witwe Anna, Freifrau von Schönburg, geboren.

  • 1512 - Witwe Anna, Freifrau von Schönburg legt auf eigenen Wunsch die Regentschaft nieder.

  • 1522 - Elisabeth von Schlik, Gräfin von Bassano und Weisskirchen, Burggräfin von Eger, geborene Freifrau von Schönburg-Waldenburg , 2.Tochter des Freiherrn Ernst I. von Schönburg und seiner Gattin Anna, stirbt.

  • 1525 - am 13.Dezember stirbt Witwe Anna, Freifrau von Schönburg, geborene Gräfin von Rieneck (nach schönburgischen Angaben im Alter von 67 Jahren, wohl eher aber mit 65 Jahren – lt. Rieneck`schen Angaben des Geburtsjahres).

  • 1529 - Freiherr Wolf I. von Schönburg-Waldenburg, ältester Sohn des seeligen Freiherrn Ernst I. von Schönburg und seiner seeligen Gattin Anna, stirbt im Kloster Chemnitz.

  • 1533 - Anna, Gräfin von Schauenburg-Holstein-Pinneberg, geborene Freifrau von Schönburg, Tochter des seeligen Freiherrn Ernst I. von Schönburg und seiner seeligen Gattin Anna, stirbt.

  • 1534 - am 13./14.September stirbt Freiherr Ernst II. von Schönburg-Glauchau. Laut einem Schreiben in den Schönb. Urkundbüchern vom 14.September soll „ Vor die Seele des Edlen und wohlgebornen Herren, Herrn Ernst (II.) von Schönburg, vor einen Herren Ernst (I.), der sein Vater gewesen ist und vor eine Frau Anna, geborene Gräfin von Rieneck, die seine Mutter gewesen ist. Vor einen Herren Wolffen von Schönburg, der sein Bruder gewesen ist. Vor eine Frau Anna von Schönburg und Elisabeth Schlick, die seine Schwestern gewesen sind. Vor einen Herren Friederichen von Schönburg und Frau Elisabeth, die da Großeltern des Herren Ernsten von Schönburg gewesen sind. Vor Frau Anastasia von Schönburg, die Äbtissin dieses Klosters Geringswalde gewesen ist. Vor einen Herren Veyten, Herren Dietrich von Schönburg, vor Frau Katharina von Schwarzburg, Frau Margareta Birka von Duba (Byrgkin), alle Geschwister Herren Friedrichs von Schönburg. Vor zweene Herren, haben beide Herman geheißen, sind gewesen die ersten Stifter dieses Gotteshauses Geringswalde. Vor Herren Vycken von Schönburg und vor alle, die aus dem Geschlecht verschieden sind. –  im Kloster Geringswalde gebetet werden." Am 11./12.Oktober finden die Feierlichkeiten zum Begängniß (Trauerfeierlichkeiten, Bestattung) Ernst II. von Schönburg in Glauchau statt. Am 9.Dezember zeigt Ernst II. Schwester Margarethe, Gräfin von Gleichen bei Herzog Georg von Sachsen im Rahmen eines Erbstreites an: „daß meine Mutter (Anna von Schönburg, geb. von Rieneck, gest. 1525) in meines Vaters beider selig nachgelassenen Gütern und Erbschaft mit ihren Kindern unertheilt gesessen und ihr Leben lang den Gebrauch und Beseß daran gehabt."

  • 1535 - Margarethe, Gräfin von Gleichen-Tonna, geborne Freifrau von Schönburg-Waldenburg stirbt als jüngstes und zugleich letztes Kind des seeligen Freiherrn Ernst I. von Schönburg und seiner seeligen Gattin Anna.


(Stand: Dezember 2015)


Unten gezeigtes Allianzwappen ist das Zeichen der Regentschaft der Anna von Schönburg. Es zeigt links das Schönburgische und rechts das Rieneck`sche Einzelwappen. Es wurde bis zum Ende der Regentschaft 1512 als offizielles Siegel benutzt. Vorher und auch danach fand das Schönburgische Wappen allein Verwendung. Allerdings änderte jeder Regent sein Wappen etwas und verpasste ihm sozusagen seinen eigenen Stempel. Dieser Tatsache verdanken wir heute die guten Unterscheidungsmöglichkeiten zwischen den Regenten.

kostenloser Unofficial WsX5 Counter!
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü